Titel: Von singenden Weihnachtsbäumen und anderen Katastrophen
Autor: AnubisVincent
Beta:
lidsi <3
Fandom: Final Fantasy VII
Genre: Romanze/Humor
Rating: Slash 12
Pairing: Sephiroth x Reno
Charaktere: Sephiroth, Reno, Tseng, Lazard, Zack, Cloud, Angeal, Genesis
Zeiteinstufung: Crisis Core
Disclaimer: Keiner der vorkommenden Charaktere gehört mir. Ich verdiene auch kein Geld mit der Story.
Anmerkung: Mir ist es wichtig, mich an dieser Stelle bei jenen zu danken, die an mich glauben, die mich unterstützen und inspirieren beim Schreiben. Meinen Freunden. Ich danke Euch.
Zur Story: Eine kleine Ministory aus meiner Feder zur Weihnachtszeit. Ein Geschenk sozusagen und ich hoffe, Ihr habt Freude an ihr, so wie ich, als ich sie schrieb.
Warning: Was soll ich da noch groß dazu sagen. Meinen bösen Humor, Geschenkpapier, singende Weihnachtsbäume, Reno und Genesis, die da rumrennen...das sagt schon alles. Außerdem werde ich mich wohl an einen „Lemon“ wagen (grusel), aber erst später und wird dann ein extra Update.
Kurzbeschreibung:
SOLDAT steckt in der Weihnachtsdepression. Sephiroth persönlich nimmt sich dieser Herausforderung an und sorgt selbst bei den Turks für Verwirrung. Er hätte es sich auch nicht träumen lassen, dass er zum Teil für die peinlichen Aussetzer von Reno verantwortlich ist. Das Unheil nimmt seinen Lauf und wird als Mission „Weihnachtsbaum“ in die ShinRa-Geschichte eingehen.

Es war ein merkwürdiges Gefühl als „Sicherheitsrisiko“ raus eskortiert zu werden. Ich hörte wie Tseng sein Handy aufschnippte: „Was ist jetzt?....Wie bitte?...Bin in 30 Sekunden da!....Darf ja wohl nicht wahr sein!“ Dann spürte ich, wie sich seine sehnige Hand, wie eine Klaue um meinen Oberarm schloss und mich in die entgegengesetzte Richtung zerrte. Verwundert wollte ich mich umdrehen und ihn fragen, was los sei, als ich schon bei dem Versuch dabei von ihm angefahren wurde: „Zuviel fragen und wissen ist ungesund. Merken Sie sich das für die Zukunft und jetzt vorwärts!“ Er schob mich jetzt sogar noch schneller vor sich her, bis wir abrupt stehen blieben und er mich rücklings an eine Wand stellte. Direkt neben einen Wasserspender. Rechts, den Gang entlang, konnte ich keine fünf Meter weiter den Eingang zur Turkabteilung erkennen. Tsengs Blick ruhte auf mir und musterte mich, bis er fragte: „Sie gehören aber schon zu ShinRa, oder? Lassen Sie mich raten...einer von den Neuen bei SOLDAT, die bald ihr Training anfangen?“, die Tür ging auf und Rude kam zu uns. „Wenn es Ihr Traum ist Soldier zu werden, gibt’s da aber noch so einiges zu tun.“, meinte Tseng nur noch und richtete nun sein Wort an Rude, der mich nun auch noch von oben bis unten, naserümpfend, unter die Lupe nahm. „Passte mal auf den auf? Der verläuft sich gern.....hing bei Seph persönlich rum. Kann echt froh sein, dass er nicht Bekanntschaft mit Masasume gemacht hat. Das Putzkommando hat schon Urlaub und auf so eine Sauerei hab ich keinen Nerv!“ „Geht klar! Ich pass auf den Wicht auf.“, und schon stand Rude vor mir und Tseng rauschte ab in die Abteilung.
Ungläubig starrte ich ihm hinterher, „Was gibt’s denn da zu glotzen?“, wurde ich ermahnt. Als Wicht wurde ich noch nie bezeichnet und sah verduzt Rude an. „Ich geb dir mal einen Ratschlag. Lass das blöde Glotzen echt sein. Erst recht, wenn dir mal der General über den Weg rennt. Der kann das gar nicht leiden! ...Jetzt guck mich nicht so an. Träume hat jeder .... aber Sephiroth ist definitiv ein Unerreichbarer. Da schneit es eher in der Hölle. Glaub´s mir.“ „Ah ....“, mehr brachte ich nicht mehr raus. Unglaublich! „Ja, sag mal...ich glaub, ich bring dich gleich mit meinem Kollegen sicherheitshalber lieber in die Kantine zu den anderen. Sonst brockst du dir noch Ärger ein.“, er schaute auf seine Uhr, „Gibt eh gleich Futter für euch.“ Durch ein lautes Geklapper und Gefluche wurde unsere sehr einseitige Unterhaltung unterbrochen. Das war mir mehr als Recht, da ich wirklich nicht wusste, was ich zu dem überhaupt sagen sollte oder wollte. Die Geräuschquelle war ein Aktenwagen, der von einem ziemlich laut fluchenden Turk aus der Eingangstür geschoben wurde. Dieser drückte Rude noch eine Akte in die Hand und verschwand dann. Die Tür jedoch stand noch offen, was meinen Aufpasser aber nicht störte, denn der studierte lieber seelenruhig das erhaltene Schriftstück. Meine Neugierde siegte, also nutzte ich die Chance. Um besser zu sehen, nahm ich mir einen Becher Wasser von dem Spender und riskierte einen Blick in die Abteilung.
Man hörte gleich, dass man bei den Turks gelandet war. Bedächtiges Tippen war zu hören mit passenden Verwünschungen, mit denen sie ihre Rechner bedachten. Genauso, wie der typische Geruch von Kaffee und Zigaretten aus der Tür drang. Auf einmal trat Tseng wieder in mein Sichtfeld und steuerte direkt auf einen Bürocontainer zu, in dem besonders wild geflucht wurde. Er stellte sich hinter jemanden und ließ seinem Frust freien Lauf. „Du willst mich wohl auf den Arm nehmen, oder? Du kannst jeden hacken, nur Sephiroth nicht? Das ist ja jetzt wohl ein schlechter Scherz, wo der doch von Technik keinen Plan hat!“ Jetzt wurde ich erst recht neugierig und spitzte meine unnatürlich empfindlichen Ohren. Oft nervte es mich ja, alles Mögliche zu hören, aber jetzt stellte sich diese Gabe als durchaus brauchbar heraus. „Verdammt, wenn ich dir doch sage, dass ich nich reinkomme..“ „Erzähl den Müll deiner Kaffeetasse aber nicht mir!“, murrte Tseng. „Ach, weißt du was? Du kannst mich mal und zwar kreuzweise, du Arsch! Mach deinen Scheiß doch allein!“, jetzt erkannte ich die Stimme. „Wieso willst du eigentlich seine Handynummer haben und warum sollte ausgerechnet ICH ihn hacken?“, nun konnte ich auch das vertraute leuchtend rote Haar sehen, als er aufstand und Tseng wütend in die Augen starrte. „Weil ausgerechnet DU eine leidenschaftliche Schwäche für das Silberhaar hast und mit Sicherheit aus anderen Gründen auch ganz scharf auf seine Privatnummer bist!“, schlagartig veränderte sich Renos Gesichtsfarbe und man konnte von den anderen nur ein Kichern vernehmen.
Er verschränkte seine Hände vor der Brust und sah aus, als ob er gefährlich nahe dem Explosionspunkt war. Es lag förmlich ein Knistern in der Luft, das einer Entladung vorausging. „Gut! Das erklärt warum ICH seine Nummer haben will, aber noch lange nicht, warum DU sie haben möchtest!“, die Lage lief auf eine Eskalation hinaus. Einmal, weil ich mich an meinem Wasser verschluckte bei dem Satz und, weil Tseng nur gleichgültig mit den Schultern zuckte. „Aus rein privaten Gründen.“, grinste Tseng hämisch. Renos Fäuste ballten sich und ich konnte seine Sehnen knirschen hören, als er Tseng dann fassungslos anbrüllte: „Aus WAS!!!“ Tseng erkannte langsam auch, dass er da soeben einen Nuklearsprengkopf entsichert hatte und versuchte ihn zu beschwichtigen. Ich hatte derweil ein anderes Problem. Ich bekam keine Luft mehr, ohne Gefahr zu laufen, zu ersticken und kam nicht mehr um ein Husten herum. Das veranlasste Rude seine Lektüre zuzuklappen und er erkannte wohl auch sofort die Gefahr, da er sich in die Tür stellte und Reno zu sich rief: „Ruhig Blut! Komm wir haben noch was zu tun!“, und deutete dabei auf mich und schüttelte mit den Kopf, weil ich immer noch am Keuchen war. Wenn man es so sah, bekam ja man auch nicht jeden Tag indirekt mit, dass sich ein Turk in einen verliebt hatte. Normalerweise empfand ich das immer als unangenehm, wenn das geschah, aber diesmal fühlte ich mich seltsamerweise eher geschmeichelt.
Von Reno kam nur ein „Und?“, als er zu uns kam. Rude gab ihm kommentarlos die Akte und wartete. „Na toll, aber das ist erst nach den Feiertagen. Alter, ich brauch JETZT was zum Abreagieren, sonst mische ich Tseng doch noch auf.“, maulte er „dann wär er jetzt ganz im Arsch!“ Reno ballte schon wieder die Fäuste. „Vor allem, was isn das hier für ein Heini?“, dann sah er mir in die Augen. „Was gibt’s denn da zu glubschen? Noch nie einen Turk gesehen oder wat?“, grollte er mich nun an. „Einer der Neuen.“ „Sag mal, will mich heute die ganze Welt nur verarschen? Hab ich da wat verpennt oder was soll der Rotz hier? Steht auf meiner Stirn tätowiert „Volltrottel für Alles“?“, mit einer Hand in die Hüfte gestemmt, fing er nun noch mit der anderen an, seinen Schlagstock gegen sein Bein zu tippen. Herausfordernd schaute er seinen Kollegen an „Und? Da steht wohl kaum Kindermädchen dran, oder?....Was hat der Hosenscheißer hier eigentlich verloren?“, sein Tippen wurde immer ungeduldiger. „Der gehört in seine Krabbelgruppe und hier is die bestimmt nich!“ Rude verzog nur leicht die Miene, aber ich hatte umso mehr mit meiner zu kämpfen. Derartig wurde ich bis jetzt noch von niemandem betitelt. Rude sah noch mal auf seine Uhr: „Komm, bei denen gibt’s gleich Futter.“ Reno fing plötzlich an zu lachen und sah mich abschätzend an. „Das scheinst du auch dringend nötig zu haben!“, und grinste auch noch breit und bedeute mir aber gleichzeitig mit dem Stock, dass ich mich in Bewegung setzten sollte, wenn ich nicht nähere Bekanntschaft damit machen wollte. Ich stellte mal wieder fest, dass Reno wirklich eine reizende Persönlichkeit mit eben solchem Temperament war.
Jetzt hatte ich schon ein halbes Turkkleinkommando als Eskorte. Für andere mochte das aussehen, als ob ich in Schwierigkeiten steckte, ich hingegen fing an mich zu amüsieren. „Ich kill ihn!“, zischte Reno nach einer Weile wieder. „Bastard! Wichser! Hurensohn!“, zeterte er weiter. „Mann, ich sag´s dir! Der is sowas von tot, wenn ich den mit Seph in der Kiste erwische!......Nein! Falsch! .....Wenn ich ihn auch nur einmal dabei erwische auf seinen Arsch zu starren“, und lies demonstrativ seine Waffe immer wieder drohend in seinen Handfläche fallen, bis er sich umdrehte und mir diese dann direkt unter die Nase hielt. „Das gilt auch für Dich, Brillenschlange! Erwisch ich dich, wie du ihm auflauerst, nachstellst oder gar angaffst, dann war´s das! Ausgeträumt! Dann verschaffe ich dir einen heldenhaften Abgang! Soldatmus! Schicht im Schacht!“, und fuhr sich mit dem Finger an der Kehle entlang und drehte sich dann um. Wäre er nicht wegen mir so aufgebracht und ich nicht getarnt gewesen, hätte ich ihn spätestens jetzt in die Krankenstation befördert, weil ich dann stark an seinem Verstand gezweifelt hätte. MIR zu drohen.
Kurz darauf durchquerten wir einen der gemeinsamen Flure der Turks und SOLDAT. Reno stieß Rude in die Seite und deutete auf einen 2nd der frustriert auf sein, in der Mitte zerbrochenes, Schwert blickte. Dann zuckte der mit den Schultern, steckte das Zerbrochene weg und sah die Turks an, wie sie mit mir im Schlepptau auf ihn zusteuerten. „Fair!“, gab Rude nur von sich. „Na, bei der Leuchte is Junior ja genau richtig!“, feixte Reno nur, dann sprach er genannten auch schon an: „Hey da!“ Die Augen von dem Soldier wurden größer, „wir haben da was gefunden, das zu euch gehört. Wär nett, wenn du das abtransportieren könntest, wo es hingehört.“ Reno erntete aber eher einen fragenden Blick. „Jo Mann! Ich mein die dürre Bohnenstange hier!“, und schon wurde ich von Rude und Reno an den Armen gepackt und zu dem Soldier geschubst. „Öhm ja. Okay, ich nehm ihn mit.“ „Kleiner Ratschlag am Rande....Euer Zögling hat wohl das selten dämliche Talent, schnell in Schwierigkeiten zu geraten. An deiner Stelle würd ich gut auf ihn aufpassen.“ „Wieso was war denn?“, aber er erhielt keine Antwort von den Turks, weil sie sich schon wieder auf den Rückweg machten. Irritiert sah mein neuer Aufpasser jetzt hinter ihnen her, bis er sich zu mir wand. „Hi! Ich bin Zack Fair. Einer von den 2nd Class.“, dann lächelte er mich an und klopfte mir aufmunternd auf die Schulter. „Nicht ärgern, nur wundern. Die sind immer so!“, dann fing er sogar noch an zu lachen und schüttelte den Kopf.
Ich heftete mich an seine Fersen und folgte ihm. Nach kurzer Zeit war ich mir allerdings nicht mehr sicher, ob mir das Bedrohtwerden oder dieser übermäßige Redeschwall lieber war. Mehr oder minder hörte ich ihm zu. Träume....Ehre...SOLDIER....1st Class...Mentor. Das kam mir alles schon so seltsam bekannt vor, von Angeal. „Mein Traum ist es mal ein Held zu werden!“, mit dem Satz wurde mir so einiges klar. Mein neuer Begleitschutz war Zackary Fair. Angeals neuster Schüler und laut seiner Aussage, sogar der Begabteste. Nur meinte er, dass er mehr, wie ein Welpe wäre. Bei dem Gedanken musste ich dann doch schmunzeln. Denn die Beschreibung traf es auf den Punkt. „Da gibt’s nichts zu schmunzeln. Das ist mein Ernst! Aber nicht so einer wie Sephiroth“, verblüfft sah ich ihn an: „Bitte?“, er lachte erneut, als er merkte, dass ich nicht wusste, wie er das meinte. „Ach, Sephiroth ist so ein Verwöhnter, für den gelten immer Sonderrechte. So ein Held möchte ich nicht werden.“ Dieser Satz überfuhr mich regelrecht wie ein Schnellzug. Dass mich die Leute nicht einschätzen konnten, war mir nicht neu, DAS aber schon. Das gefiel mir überhaupt nicht, so gesehen zu werden und ich zog nachdenklich die Augenbrauen zusammen. „Ja, ich weiß, auch dieses Jahr gibt’s keinen Weihnachtsbaum im Foyer. Seit dem der weg ist, ist hier kaum noch was los. Das war früher immer toll, weil noch Besucher kamen, um den Baum zu sehen. Dafür gibt es dieses Jahr....“ Ich unterbrach ihn „....viele kleine Bäumchen. Ja, ich weiß“, die zu allem auch noch Überfluss blechern singen. „Hier geht’s lang!“ Eins interessierte mich dann doch noch: „Also wäre es bestimmt nicht schlecht, wenn hier wieder ein großer Baum stünde?“ „Machst du Witze? Klar! Mann, dann wär hier wieder Leben! So wirkt das irgendwie nur trostlos und frustrierend. Aber jetzt ist Schluss mit dem Trübsal blasen. Jetzt wollen wir mal dafür sorgen, dass du was auf die Rippen bekommst!“, und schon schliff er mich in Richtung Kantine.